Wellness-Gast beim Entspannen und Nichtstun im Ruhebereich

Der neue Trendsport: Nichtstun

Warum es viel bringt, einfach mal gar nichts zu machen.

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  • Lesedauer: 4 Min.

Ora et labora. Wer rastet, der rostet. Sich regen bringt Segen. Schon unsere Sprache ist voll mit Sprichworten, die uns sagen, dass nur produktiv verbrachte Zeit sinnvolle Zeit ist. Nichtstun ist was für Faulpelze und Drückeberger, denn wer nichts leistet, ist nichts wert. Tja, nun stellt sich heraus, dass Momente des bewussten Nichtstuns sogar die Produktivität steigern – und dass es gar nicht so einfach ist, nichts zu tun. Doch Nichtstun kann man lernen.

Urlaub und Entspannung gehören einfach zusammen – natürlich auch bei uns im Wellnesshotel Tauernhof. Doch selbst im Urlaub tut man sehr, sehr selten wirklich gar nichts. Vielleicht unternimmst du eine Wanderung, gehst in die Sauna, liest ein Buch oder gönnst dir eine Mehlspeis‘ in der Sonne. All das ist Urlaubsprogramm, aber all das ist nicht nichts, denn da tust Du ja was. Wie man von Wissenschafter*innen aus Psychologie, Biologie und Verhaltensforschung hört, ist aber genau dieses ganz bewusste Nichtstun sehr wichtig. Schon mit 30 Minuten Nichtstun am Tag soll sich die Konzentration verbessern, die Leistungsfähigkeit und Effizienz steigern, Stresslevel und Blutdruck sollen sinken und die Durchblutung und das Immunsystem gestärkt werden. Sich die Zeit nehmen und lernen, nichts zu tun, zahlt sich also definitiv aus. 

Die Wissenschaft des Nichtstuns

  • Unser Gehirn ist wie ein Motor im Dauerlauf. Es verarbeitet, steuert und organisiert permanent irgendetwas. Damit es das kann, braucht es einen sehr stabilen Leerlauf, um in der Motoren-Denke zu bleiben. Für den ist ein sehr alter Teil des Gehirns zuständig: das limbische System. Gehirnstrom-Messungen zeigen, dass diese Region und die angeschlossenen Nervenbahnen besonders aktiv werden, wenn wir gar nichts tun – Default Mode Network nennt das die Wissenschaft. Mit bewussten Pausen können wir also die Laufruhe unseres Gehirns unterstützen. Und damit auch die Bereitschaft, einen Gang höher zu schalten, wenn’s gebraucht wird.

Fantastisch, oder? Doch so absurd es klingt: Nichtstun ist gar so einfach. Denn fürs Nichtstun sind wir Menschen nicht gemacht. Wir haben gelernt, dass nur Leistung zählt. Wer nichts tut, wird schief angeschaut. Momente, in denen wir innehalten und uns entspannen, empfinden wir eher als verlorene und nicht als gewonnene oder gar gut investierte Zeit. Damit nicht genug: Nicht nur die Außenwahrnehmung, sondern auch wir selbst machen uns eine totale Auszeit schwer. Wir können schlichtweg nicht Nichtstun. Wir werden immer denken, atmen, hören und schauen.

Wir machen also eigentlich immer irgendwas. Zum erfolgreichen Nichtstun reicht es Experten zufolge aber schon, sich Zeit zu gönnen, in der man nichts Besonderes tut. Das macht auch den Unterschied zu anderen Entspannungstechniken, wie z. B. Meditationen, aus. Denn die sind eigentlich ja schon wieder eine besondere Tätigkeit. Nichtstun ist wirklich Nichtstun. Das Gute daran: Man kann es jederzeit und überall machen. Denn alles, was man dazu braucht, ist gar nichts.

Nichtstun lernen – starte den Selbstversuch

Vielleicht nutzt Du Deine Zeit bei uns im Tauernhof für ein kleines Nichtstu-Experiment. Plane 30 Minuten am Tag ein, in denen Du den Aktivitäts-Zähler auf null setzt. Suche Dir ein lauschiges Platzerl, schaue in die Luft und lasse Deine Gedanken schweifen. Letzteres ist besonders wichtig, denn Du wirst unweigerlich an irgendetwas denken. Versuche aber, Deinen Geistesblitzen nicht nachzuhängen, sondern lasse sie weiterziehen wie Wolken am Himmel. Und so verbringst Du einfach eine halbe Stunde.

5 Tipps zum erfolgreichen Nichtstun

  • #1 Machen es dir bequem
    Suche dir einen Ort, an dem Du Dich wohlfühlst und nimm eine gemütliche Haltung ein. Du musst beim Nichtstun nicht unbedingt liegen. Worauf es ankommt, ist eine entspannte Körperhaltung, die Du nicht immer wieder verändern musst.
  • #2 Konzentriere dich auf deinen Atem
    Viele Atemtechniken eignen sich ganz hervorragend, um den Körper „herunterzufahren“ und zur Ruhe zu kommen. Die wohl einfachste: Atmen Sie tief durch die Nase ein und doppelt so lange durch den Mund aus. Deine Aufmerksamkeit liegt dabei ganz auf dem Atemfluss.
  • #3 Spüren deinen Körper
    Diese Übung funktioniert tatsächlich am besten im Liegen, kann aber auch im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden. Konzentriere Dich auf deinen Körper. Beginne bei den Zehen und arbeite Dich langsam – Körperteil für Körperteil – nach oben bis zum Kopf hoch. Achte dabei darauf, wie sich die einzelnen Bereiche anfühlen. Wo liegst Du wie auf? Welche Körperteile sind verspannt und welche locker? Welche Stelle fühlt sich besonders gut an?
  • #4 Verbanne Ablenkungsfallen
    Die wohl schwierigste Herausforderung beim bewussten Nichtstun sind die unzähligen Ablenkungsfallen, die überall auf dich warten werden. Wenn Du die entspannende Auszeit wirklich genießen willst, ist es ratsam, die größten Übeltäter wie Smartphone und Fernseher vollständig aus Deinem Umfeld zu verbannen.
  • #5 Plane die Pausen (anfangs)
    Zu Beginn wird es Dir bestimmt schwerfallen, einfach nur nichts zu tun. In dieser ersten Phase kann es helfen, feste Zeiten dafür einzuplanen. Mit wachsender Übung wirst Du ganz bestimmt von den starren Terminen wegkommen und Dir dann die Auszeit gönnen, wenn Körper und Geist danach verlangen.

Wir haben das für das Schreiben dieses Artikels selbst ausprobiert und können eines mit Sicherheit sagen: Es wird Dir am Anfang nicht leicht fallen. Im Gegenteil. Die Minuten ziehen sich wie ein Strudelteig. Du kommst Dir blöd vor. Du wirst „nur noch schnell“ etwas holen, nachschauen oder zurechtrücken wollen. Vielleicht willst Du sogar lieber alles andere tun, nur eben nicht nichts. Das ist vollkommen normal, denn auch Nichtstun will gelernt sein. Wenn du drannbleibst, wirst Du nach ein paar Tagen feststellen, dass es Dir immer leichter fällt und Dich nach Deiner kleinen Auszeit irgendwie erfrischt und klar fühlen. Zumindest ging es uns so. Freilich sind wir auch noch keine Nichtstu-Profis, aber auf gut Großarlerisch: uns taugt’s. Probiere es doch einfach auch und lerne, nichts zu tun!

Hotel Tauernhof Großarl Ausblick
Hotel Tauernhof Großarl Dekoration
Entspannen Hotel Tauernhof Großarl
Der Infinity-Pool des Tauernhofs mit Ruheplätzen und Bergblick
Ruhebereich
Alpenblumen-Arrangement im Blumenkasten
Frau in der Badewanne
Die Korbschaukel im Ruhebereich

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